Österreichs Bundesheer

Geschichte

Die Entwicklung der Leistungssportförderung im Österreichischen Bundesheer sowie des Heeres-Sportzentrums (vormals Heeressport- und Nahkampfschule); eine Illustration von den frühen Anfängen bis zum heutigen Stand.

Ähnlich wie das Heeres-Sportzentrum waren auch das Militär-Reitlehrinstitut, der Militär-Fecht- und Turnlehrkurs der K.u.K.-Armee, der Kurs für Körperausbildung sowie das Militär-Reit- und Fahrinstitut des Bundesheeres der Ersten Republik de facto Vorläufer einer Militärsportschule.

B-Gendamerie

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Entwicklung in den frühen 1950er-Jahren, zur Zeit der B-Gendamerie, ihren Anfang. Einige sportbegeisterte Bundesheerangehörige fanden sich zusammen, um ihren Leistungssport anfangs ohne, später mit wachsender dienstlicher Unterstützung zu betreiben. Nationalen Wettkämpfen folgten internationale Einladungen, wo den österreichischen Sportlern vor allem die großzügige Unterstützung des Leistungssports in anderen Armeen auffiel.

Nachdem die Umwandlung der B-Gendamerie in ein Bundesheer gelungen war, entstand 1957 anlässlich der 1. CISM-Militärweltmeisterschaft (Fechten) in Luxemburg, bei dem Österreich als Gastnation geladen war, der Plan, sportinteressierte Soldaten in einem Zug zusammenzufassen.

Infanteriekampfschule

Besagte Personengruppe wurde 1957 dienstlich zum "Kampfzug" an der Infanteriekampfschule in Großenzersdorf bei Wien zusammengefasst. Dieser Zug bestand aus ca. 24 Mann, mehrheitlich Leistungssportler und Ausbildner, der sich sowohl einer speziellen, militärischen Ausbildung unterzog, um Spezialaufgaben erfüllen zu können, als auch im Rahmen des Dienstes trainieren zu können. Diese Sportspezialisten trainierten vor allem Fechten, Modernen Fünfkampf und Leichtathletik und waren maßgeblich für die Entstehung der Sonderausbildung Jagdkommando, Kampfschwimmen und Tauchen sowie Militärfallschirmspringen verantwortlich. Aufgrund zahlreicher nationaler Erfolge wurde dieser "Kampfzug" vermehrt zu internationalen Militärsportveranstaltungen entsandt, wo er auch ab 1958 für Österreich große internationale Erfolge bei CISM-Veranstaltungen erlangen konnte.

Nach dem Abzug der Besatzungstruppen waren die Belange des Sports fast gänzlich den einzelnen Kommandanten überlassen, die meist nach alten Vorschriften der Deutschen Wehrmacht die Körperausbildung in das Ausbildungsprogramm aufnahmen. Mit dem Wissen um die Bedeutung der Körperausbildung für den Erfolg der Gesamtausbildung wurde ab dem Jahre 1958 versucht, eine einheitliche Regelung für die Körperausbildung zu schaffen.

Um die Qualifikation der für den Sport zuständigen Ausbildner zu heben, wurden Leistungssportler des Infanteriekampfzuges an die Bundesanstalt für Leibeserziehung zur Diplomsportlehrerausbildung geschickt. Diese führten ihrerseits erste Kurse für Sportausbildner an der Theresianischen Militärakademie, an der Heeresunteroffiziersschule, im Stab des Armeekommandos und in Wettkampfkadern des Heeres durch.

Bedingt durch die Ansammlung von qualifizierten Sportlehrern und dem von den Sportspezialisten betriebenen Sportarten notwendigen Aufwand, kam es zur Loslösung aus der Infanteriekampfschule. Aus der Masse der Infanteriekampfschule wurde im Herbst 1960 der "Kurs für Körperausbildung" mit dem "Ausbildungszug zur besonderen Verwendung" geschaffen und dem damaligen Feldjägerbataillon 5 in der heutigen Maria-Theresien-Kaserne unterstellt. Am 15. Dezember 1962 erfolgte aus diesen zwei Teileinheiten die Aufstellung der Heeressport- und Nahkampfschule.

Heeressport- und Nahkampfschule

Die Heeressport- und Nahkampfschule ist eine Bewegung, die in den Tiefen einer Soldatenkameradschaft ihren Ursprung hatte und in letzter Instanz durch den damaligen Bundesminister für Landesverteidigung Prader und vor allem durch den Leiter für Ausbildung (dem späteren Bundesminister) Lütgendorf offiziell ins Leben gerufen wurde. Die damals neu gegründete Heeressport- und Nahkampfschule bestand aus dem Lehrzug "Körperausbildung" und dem Lehrzug "Nahkampf", der aber mehr als zwei Jahrzehnte später - getrennt von der Körperausbildung - als "Ausbildungszentrum Jagdkampf" eigenständig geführt wird.

Diese beiden Teile bildeten im Dezember 1962 die Heeressport- und Nahkampfschule. Der Punkt 5 des Erlasses Verteidigungsministerium Zl. 317.360-Ausb/62 lautet: "Aufstellung der Heeressport- und Nahkampfschule. Mit Wirkung vom 15. Dezember 1962 wird das Kommando "Kurs für Körperausbildung" in Wien, Fasangartenkaserne (heutige Maria Theresien-Kaserne), in die Heeressport- und Nahkampfschule umbenannt und als selbständiger Standeskörper geführt. Zum gleichen Zeitpunkt werden die Angehörigen des Kommandos "Kurs für Körperausbildung" vom Feldjägerbataillon 5 zur Heeressport- und Nahkampfschule versetzt. Ergänzende Personalverfügungen ergehen gesondert."

In der Historie der Heeressport- und Nahkampfschule wird in weiterer Folge nur der Werdegang des Lehrzugs "Körperausbildung" beschrieben, da ausschließlich dieser für den Leistungssport im Bundesheer von Bedeutung ist und zugleich auch den Stamm der Schule bildet.

Die ersten 20 bis 30 Präsenzdiener, vornehmlich Fußballer, Leichtathleten und Judokas, wurden vorerst noch völlig unkoordiniert, mehr oder weniger vom Zufall oder von guten Bekannten abhängig, zum Lehrzug Körperausbildung versetzt. Durch die intensive Zusammenarbeit mit der Österreichischen Bundes-Sportorganisation wurden in weiterer Folge ausschließlich jene Spitzensportler zur Heeressport- und Nahkampfschule in Wien oder in die Jägerschule Saalfelden aufgenommen, die von der Bundes-Sportorganisation nominiert wurden. Dadurch wurde nicht nur die Unterbrechung des Leistungstrainings bei den Vereinen und Verbänden verhindert, sondern vielmehr noch ein intensives Training in Zusammenarbeit der Heeressport- und Nahkampfschule mit dem Fachverband ermöglicht. Resultierend daraus entstand im Jahr 1972 die erste umfassende Regelung hinsichtlich des Präsenzdienstes für Spitzensportler.

Ebenso kam es in der Körperausbildung zu einer, bis heute andauernden, engen Verbindung mit der Bundesanstalt für Leibeserziehung aus der - seit 1963 bis dato - die Ausbildung von ungefähr 4500 Sportlehrern, Lehrwarte und Trainer für die Allgemeine Körperausbildung hervorgeht. Es wurde eine Ausbildung für Offiziere und Unteroffiziere geschaffen, die diese Soldaten zu Bundesheer-Sportoffizieren und Bundesheer-Sportunteroffizieren schult.

Das Jahr 1975 war in der Geschichte der Heeressport- und Nahkampfschule ein ganz entscheidendes, denn erstens wurde bedingt durch die Veränderungen in der Ausbildung und der Organisation im Sport sowie dem Streben nach Perfektion in der Sonderausbildung ein neuer Organisationsplan erstellt, der in seinen Grundzügen bis heute seine Gültigkeit besitzt.

Im Organisationsplan von 1975 bestand die Schule (ohne die Versorgungseinheiten) aus dem Lehrstab mit den Hauptlehroffizieren für Körperausbildung, Kleinkrieg, Leistungssport und Fallschirmspringen und den beiden Lehrkompanie Sport und Sonderausbildung.

Die Lehrkompanie Sonderausbildung beinhaltete die Lehrzüge Kleinkrieg, Fallschirm-springen und Kampfschwimmen, den Jagdkommandozug und den Fallschirmjägerzug. Die Lehrkompanie Sport bestand aus dem Lehrzug Körperausbildung, dem Lehrzug Leistungssport A, B. und C.

Im Lehrzug Körperausbildung waren all jene Sportler zusammengezogen, deren Sportart im Interesse des Bundesheeres lagen, in den Lehrzügen Leistungssport A und B jene Sportler, die der Heeressport- und Nahkampfschule von der BSO als Spitzensportler vorgeschlagen wurden. Die Sportarten, welche im LZg/Körperausbildung betrieben wurden, waren Sportschießen, Militärischer Mehrkampf, Orientierungslauf, Schwimmen und Rettungsschwimmen, Leichtathletik, Schwerathletik, Ballspiele, Fechten und Moderner Fünfkampf, Gerätturnen und Gymnastik.

Zweitens begann im Jahre 1975 vertraglich die Zusammenarbeit der Heeressport- und Nahkampfschule mit dem Österreichischen Leichtathletikverband, wobei aus dieser Kooperation im Interesse des Österreichischen Spitzensports gemeinsam mit dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Sport und dem Bundesministerium für Landesverteidigun das Leistungszentrum Südstadt errichtet wurde. So konnte einerseits hochtalentierten Nachwuchsathleten eine langfristige, andererseits Spitzenathleten, zur Vorbereitung von Olympischen Spielen, Welt- u. Europameisterschaften eine mittelfristige (für die Dauer des Grundwehrdienstes), optimale Vorbereitung bei gleichzeitiger sozialer Sicherstellung geboten werden.

Somit begann man im Bundesheer neben dem dienstlichen Leistungssport auch den allgemeinen Spitzensport zu fördern, wodurch der BSO bei jedem Einrückungstermin eine Anzahl von Plätzen zur Verfügung gestellt werden.

Mit der Grundsatzregelung von 1979 wurde auch die organisatorische Grundlage für die Leistungszentren festgelegt und dem positiven Beispiel Leistungszentrum Südstadt folgend, wurden mit 01. April 1980 fünf weitere LZ aktiviert:

  • Pinkafeld LZ 1
  • Wien-Blattgasse LZ 2
  • Südstadt LZ 3
  • Linz LZ 4
  • Saalfelden (Hochfilzen) LZ 10
  • Wr. Neustadt LZ 11

Im Jahre 1985 kam die Überlegung auf, die Heeressport- und Nahkampfschule wieder in die bekannten Teilgebiete Sport und Sonderausbildung zu teilen. Durch die 1986 erfolgte Trennung existierte einerseits eine Sportschule namens Heeressport- und Nahkampfschule, die aus dem Lehrzug Körperausbildung hervorging, andererseits eine Nahkampfschule namens "Ausbildungszentrum Jagdkampf", die aus dem "Ausbildungszug zur besonderen Verwendung" resultierte.

Die neue Organisationsstruktur der Heeressport- und Nahkampfschule (mit den Lehrstabsgruppen "Körperausbildung", "Leistungssport" und "Wettkampf") erforderte eine Neuausgabe der Allgemeinen Bestimmungen des Leistungssports im Bundesheer, wobei diese Grundsatzregelung vom 24. März 1985 bis heute in mehrfach aktualisierter Fassung ihre Gültigkeit besitzt und in der Historie der Heeressport- und Nahkampfschule, aber auch des gesamten Leistungssports einen Meilenstein darstellt.

In der Grundsatzregelung von 1985 ist unter anderem die Legitimation, warum im Bundesheer Leistungssport betrieben wird, festgehalten - nämlich um

  • sportlich besonders befähigten Angehörigen des Bundesheeres das Erreichen von Höchstleistungen in den verschiedenen Sportarten sowie die Teilnahme an Wettkämpfen zu ermöglichen,
  • an den Veranstaltungen (z.B. Militärveranstaltungen) des CISM sowie frei vereinbarten Vergleichswettkämpfen mit anderen Armeen, mit repräsentativen Wettkämpfern und mit Aussicht auf Erfolg teilnehmen zu können,
  • einen Beitrag zur allgemeinen Förderung des nationalen Leistungssportes in Österreich zu leisten,
  • innerhalb des Bundesheeres die Motivation für Körperausbildung bei der Truppe zu steigern und dadurch auch die körperliche Leistungsfähigkeit der Milizsoldaten zu verbessern und
  • in wehrpolitischer Hinsicht zur Hebung des Ansehens des Bundesheeres beizutragen.

In der Grundsatzregelung sind - um nur einige weitere Punkte zu erwähnen - die Durchführung des Leistungssports, die betriebenen Sportarten, Qualifikationskriterien, Versetzung, Aufnahme, Verbleib und Ausscheiden als Zeitsoldat festgehalten.

Die Heeressport- und Nahkampfschule ist die Fachschule des Österreichischen Bundesheeres, die für alle Belange des Sports zuständig ist. Ihr obliegt die Aus-, Fort- und Weiterbildung des für den Sport im Bundesheer (Körperausbildung und Leistungssport) notwendigen Fachpersonals (Lehrstabsgruppe Körperausbildung).

Weiters ist die Heeressport- und Nahkampfschule für die Organisation und Durchführung des Leistungssports im Heer nach Maßgabe grundsätzlicher Vorgaben des Verteidigungsministeriums verantwortlich. Dies umfasst alle Angelegenheiten und Informationen hinsichtlich des Leistungssports in Zusammenarbeit mit der Bundes-Sportorganisation und des Internationalen Militärsportverband (CISM) (Lehrstabsgruppe Leistungssport).

Bei nationalen und internationalen Wettkämpfen obliegt der Heeressport- und Nahkampfschule die technische Leitung und die praktische Durchführung dieser Wettkämpfe (Lehrstabsgruppe Wettkampf).

Im März 1986 wurden die bereits bestehenden Leistungszentren

  • Graz LZ 5
  • Innsbruck LZ 6
  • Salzburg/Rif LZ 8
  • Dornbirn LZ 9

der Heeressport- und Nahkampfschule angeschlossen, womit bis auf Kärnten jedes Bundesland zumindest ein LZ besitzt. Durch die Erweiterung der LZ kam es auch zu einem verstärkten Zuzug von Spitzensportlern zur Heeressport- und Nahkampfschule; waren es im Gründungsjahr 1962 zirka 25 Mann, so zählte man rund 20 Jahre später die zehnfache Stärke.

Im Mai 1989 übersiedelt das Kommando der Heeressport- und Nahkampfschule von der Maria Theresien-Kaserne in die Militärische Liegenschaft Breitensee in das ehemalige, bereits unter Denkmalschutz stehende Philips-Gebäude im 14. Wiener Gemeindebezirk, wo es bis heute angesiedelt ist.

So wie die Heeressport- und Nahkampfschule wechselte auch die der Heeressport- und Nahkampfschule fachvorgesetzte, weisungsberechtigte Dienststelle AK/G3/KS, die nach der Auflösung des Armeekommandos (im März 1992) in Sektion III/Berufsbegleitende Fortbildung, Führungskräfteschulung sowie sonstige Ausbildung/Körperausbildung und Sport (SIII/BfsAusb/KS) unbenannt wurde, im Jahr 1989 an die Adresse in der Breitenseer Straße 116, in 1140 Wien. Somit befand sich seit 1989 sowohl das Kommando Heeressport- und Nahkampfschule, als auch das "Referat für Körperausbildung und Sport" in der Militärischen Liegenschaft Breitensee.

Ebenso wurde im Jahr 1989 vom damaligen Verteidigungsministerium/AK/G 3/KS der Tätigkeitsbereich der Heeressport- und Nahkampfschule beschrieben, wobei die Hauptaufgaben der Fachschule Heeressport- und Nahkampfschule die Aufgabenbereiche Leistungssport, Körperausbildung und Wettkampforganisation umfassten.

Im Jahre 1992 zogen über die Heeressport- und Nahkampfschule dunkle Wolken auf, da das Kontrollbüro des Verteidigungsministeriums darauf hinwies, dass die intensive betriebene Förderung des Spitzensportes die Gesetzesgrundlage fehle. Bundesminister Dr. Werner Fasslabend beauftragte daraufhin das Verteidigungsministerium/S III/BfsAusb/KS mit der Ausarbeitung eines neuen Grundsatzerlasses zum Leistungssport im Bundesheer, welcher folgenden Inhalt haben sollte:

  • Das Bundesheer fördert nicht den Leistungssport in Österreich, sondern ermöglicht qualifizierten Soldaten die Ausübung des Hochleistungssportes im Rahmen der militärischen Ausbildung.
  • Dabei sind nur solche Sportarten auszuwählen, die den Grundlagen der Dienstvorschrift des Österreichischen Bundesheeres für Körperausbildung entsprechen und im CISM betrieben werden.
  • Die Bundesheer-Leistungssportler sind in Ausübung ihrer sportlichen Aufgaben als Angehörige des Heeres erkennbar zu machen.
  • Bezüglich der Auswahl von Heeres-Leistungssportlern ist, sofern erforderlich, die Bundes-Sportorganisation beizuziehen.
  • Arbeitsplätze von Grundwehrdienern und Zeitsoldaten für Leistungssportler sind für jedes Kalenderjahr neu zu kontingenieren.

In den weiteren letzten Jahren konnte der Sport im Österreichischen Bundesheer, veranlasst durch die vielen Erfolge im CISM und den Sportlern der Heeressport- und Nahkampfschule, wie auch durch die positive und erfolgreiche Arbeit in den Lehrstabsgruppen Körperausbildung, Leistungssport und Wettkampf, einen Aufschwung innerhalb und außerhalb des Heeres erleben.

"SPORT im HEER"

Veranlasst durch den Bundesminister für Landesverteidigung Dr. Werner Fasslabend wurde der Sport im Österreichischen Bundesheer grundsätzlich neu strukturiert, und dabei ein Schwergewicht auf die sportwissenschaftliche Komponente gelegt.

Durch das Konzept "SPORT im HEER" wurde, basierend auf der parlamentarischen Entschließung vom 19. September 1997, das "Referat für Körperausbildung und Sport" neu strukturiert und vom 1. Juli 1998 bis 30. November 2002 unter dem Namen SPORT im HEER geführt. Die ministerielle Dienststelle SiH war somit das Ergebnis der Umsetzung eines - von Mag. Matthias BOGNER initiierten - gleichnamigen, praxisorientierten und wissenschaftlichen Konzeptes und beinhaltete die Themengebiete Sportgrundlagen und Leistungssport.

Das Konzept begründete sich dabei

  • aus der Notwendigkeit, militärische Körperausbildung nach den neuesten Erkenntnissen der Sportwissenschaft zu gestalten,
  • in der Mitgliedschaft des Österreichischen Bundesheeres im Internationalen Militärsportverband (CISM) seit 1958 und
  • durch die mittels einer parlamentarischen Entschließung des Nationalrates übertragene Aufgabe der Leistungssportförderung im Sinne einer sozialintegrativen Landesverteidigung.

Die Institution selbst gliederte sich in die 4 Referate.

Das Referat 1 "Grundlagen/Sportwissenschaft" hatte in erster Linie die Grundlagen für die Körperausbildung zu erarbeiten und Synergieeffekte zwischen Körperausbildung, Leistungssport und Wissenschaft zu forcieren; dazu wurde ein enge Zusammenarbeit mit entsprechenden universitären Einrichtungen angestrebt. Vor allem mit der Aufnahme von Frauen zum Bundesheer seit 1998 wurde diesem Referat ein großes Aufgabengebiet zugespielt. Auch die Allgemeine Sportförderung des Österreichischen Heeressportverbandes wurde in diesem Grundlagenreferat bewerkstelligt.

Das Referat 2 "Internationaler Militärsportverband" berücksichtigte die internationalen Sportaktivitäten des Bundesheeres im Rahmen des CISM. Aufgabenbereiche sind die Entsendung zu Meisterschaften sowie die Ausrichtung von Veranstaltungen.

Das Referat 3 "Leistungssport/Öffentlichkeitsarbeit" beinhaltete die enge Zusammenarbeit mit der Österreichischen Bundes-Sportorganisation und hatte die Aufgabe, Sportler vor allem olympischer Sportarten von der Stellungskommission bis zum Abrüsten unter Zugrundelegung spitzensportrelevanter Anforderungen optimal zu betreuen.

Das Referat 4 "Dokumentation/Information" war das Verbindungselement zu den drei anderen Teilbereichen und diente der archivierenden Information im Sinne von Erschließung, Aufarbeitung und Beschreibung erfolgter sportwissenschaftlicher Grundlagenarbeit sowie Leistungssportförderung mit Hilfe neuer Kommunikationsbereiche wie Internet und Intranet.

Aufgrund der Bedeutung des Bundesheers für den Leistungssport in Österreich, strebte das Verteidigungsministerium eine Mitgliedschaft zum Zwecke der Kooperation und Koordination in diversen Gremien/Ausschüssen bundesweit leistungssportfördernder Institutionen an:

  • Internationaler Militärsportverband
  • Landessportreferentenkonferenz
  • TOP SPORT AUSTRIA
  • BSO - Generalversammlung
  • BSO - Bundes-Sportfachrat
  • BSO - Fachausschuss
  • ÖOC - Vorstand
  • Olympia - und Sportmuseum
  • Sporthilfe - Generalversammlung
  • Sport-Leistungsmodell Südstadt

Heeres-Sportzentrum

Durch die erwähnte parlamentarische Entschließung des Jahres 1997 und der damit verbundenen Neustrukturierung 1998 im Bereich der ministeriellen Dienststelle, kam es auch zu einer weiteren strukturellen Änderung der Geschichte der Heeressport- und Nahkampfschule.

Die Heeressport- und Nahkampfschule verlor ihren Status als Schule und wurde der ministeriellen Dienststelle SiH direkt nachgeordnet. In diesem Zusammenhang wurde die Heeressport- und Nahkampfschule und ihre neun Leistungszentren nach über siebenunddreißig jährigem Bestehen in Heeres-Sportzentrum und Heeres-Leistungssportzentrum umbenannt, wobei gleichzeitig eine zusätzliche Außenstelle in Kärnten (HLSZ 07) - das LZ 1 in Pinkafeld wurde geschlossen - eingerichtet wurde.

Um ein effizientes Zusammenarbeiten zu gewähren, wurde die Struktur des HSZ jener der ministeriellen Dienststelle SiH nachempfunden. Mit der notwendigen Unterstützung der Verwaltungsabteilung des HSZ garantierten die sogenannten Agitationspaare im Bereich der Legislative und Exekutive reibungslose Kooperation. So war der Heeres-Sportwissenschaftliche Dienst des HSZ dem Referat 1, der Heeres-Leistungssport/Wettkampf dem Referat 2 und der Heeres-Leistungssport/Leistungssportförderung dem Referat 3 zugeordnet.

Im Zuge der Reorganisation 2002 und der damit verbundenen Verwaltungsreform wurden ein Großteil der Aufgaben des Referates "Sport im Heer" an das Heeres-Sportzentrum übergeben. Nach Änderung dieser Kompetenzen verblieben im Verteidigungsministerium (FFG7/AusbA/Ref V) ein Referatsleiter und ein Referent, die restlichen Arbeitsplätze wurden in das neue Kompetenzzentrum Sport - das Heeres-Sportzentrum - verlegt. Mit dieser Maßnahme ist man bestrebt, durch eine schlanke Federführung im Verteidigungsministerium und einer wesentlichen Verstärkung des Heeres-Sportzentrums, die Umsetzung der Leistungssportförderung schneller und zielsicherer abzuwickeln und durch direkteren Kontakt die Leistungssportförderung zu verbessern.

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