Österreichs Bundesheer

Jagdkommando-Grundkurs

Der Jagdkommando-Grundkurs dauert 24 Wochen und beginnt in der Regel in der fünften Kalenderwoche des Jahres. Das Schwergewicht der ersten Wochen stellt die Gefechtsausbildung des Einzelnen sowie das Zusammenwirken im Trupp und im Team dar. Danach folgen verschiedene Ausbildungsabschnitte bis letztendlich das begehrte Jagdkommandoabzeichen verliehen wird.

Amphibische Ausbildung

Jagdkommando-Soldaten nähern sich ihrem Einsatzziel je nach Lage und Gelände auf verschiedene Art und Weise: an Land zu Fuß oder mit Fahrzeugen, aus der Luft mit dem Hubschrauber oder mit dem Fallschirm. Wenn nötig, nähern sie sich aber auch über Gewässer - mit Booten oder schwimmend an ihr Ziel an.

Amphibische Fortbewegungsarten erlernen die Kursteilnehmer im Zuge der amphibischen Ausbildung. Dabei legen sie viele Kilometer in Booten und auch schwimmend in verschiedenen österreichischen Gewässern zurück. Dazu stehen den Soldaten spezielle Trockentauchanzüge und wasserdichte Behältnisse für ihre Ausrüstung zu Verfügung.

Fallschirmspringen

Zwei Soldaten schweben an Rundkappen-Fallschirmen zu Boden. Alle Absolventen des Grundkurses sind ausgebildete Fallschirmspringer.

Alle Jagdkommando-Soldaten werden zu Fallschirmspringern ausgebildet. Während des Jagdkommando-Grundkurses absolvieren sie den Rundkappenkurs. Danach können sie an Fallschirmen mit automatischer Auslösung aus Luftfahrzeugen abspringen.

In der ersten Woche erlernen die Soldaten das richtige Verhalten beim Abgang, am offenen Schirm und bei der Landung. Auch das Packen des Fallschirms muss beherrscht werden. In der zweiten Woche beginnt der eigentliche Sprungdienst mit Sprüngen bei Tageslicht aus 400 Metern Höhe. Das Kursziel ist erreicht, wenn die Soldaten bei Nacht mit Waffe und Gepäck aus einer Höhe von 250 Metern über einer unbekannten Zone abgesetzt werden können. Am Ende der dritten Woche bekommen die Soldaten ihr erstes Abzeichen verliehen - das Militär-Fallschirmsprung-Abzeichen in Bronze.

Gefechtsausbildung

Soldaten stürmen ein Haus. Der Gefechtsdienst: Das soldatische Handwerk steht im Zentrum des Kurses.

Das Schwergewicht des Jagdkommando-Grundkurses ist die Gefechtsausbildung. Das Beherrschen der jagdkommandospezifischen Gefechtstechnik jedes Einzelnen, im Trupp und schließlich in größeren Teams ist die Grundlage und Voraussetzung für jeden Jagdkommando-Einsatz, egal ob in bewaldeten Gebieten, in Ortschaften oder im Gebirge.

In der Gefechtsausbildung lernen die Soldaten, sich dem jeweiligen Gelände perfekt anzupassen und dieses für sich auszunützen. Auch die Schießausbildung an den Handfeuerwaffen beginnt schon in der ersten Woche. Diese setzt sich kontinuierlich während des gesamten Kurses fort. Auch die Zusammenarbeit mit Hubschraubern und Transportflugzeugen stellt einen wichtigen Ausbildungsinhalt dar, um möglichst schnell und überraschend in ein Einsatzgebiet zu gelangen oder aus diesem wieder aufgenommen zu werden.

Häuserkampf

Obwohl die Grundkenntnisse und Fähigkeiten eines Jagdkommando-Soldaten vornehmlich im bewaldeten Gebiet trainiert werden, lernen die Soldaten auch die entsprechenden Gefechtstechniken für verbautes Gebiet, da mögliche Zielobjekte auch in Siedlungen oder Ortschaften zu finden sind. Dabei ist hohe Beweglichkeit und Kraft des Einzelnen erforderlich, um sich rasch, sicher und stets gefechtsbereit durch Gebäude bewegen zu können.

Militärischer Nahkampf

Zwei Soldaten üben den Nahkampf ohne Waffen. Auch der Kampf ohne Waffe wird in Wiener Neustadt gelehrt.

Jagdkommando-Soldaten müssen vor allem in Krisengebieten immer damit rechnen, mit einem zahlenmäßig überlegenen Gegner konfrontiert zu werden. Dabei sind ein hohes Reaktionsvermögen und Entschlossenheit erforderlich, um mit derartigen Situation fertigzuwerden. Die Grundkenntnisse und Techniken dazu lernen sie während des gesamten Kurses.

Sanitätsausbildung

Jagdkommando-Soldaten müssen auch längere Zeit ohne Anschlussversorgung auskommen und Verwundete oder Verletzte so betreuen können, dass diese eine Zeit lang ohne Hilfe von Dritten überleben. Dies bedingt eine intensive Sanitätsausbildung (Selbst- und Kameradenhilfe) jedes Einzelnen.

Sprengdienst

Jagdkommando-Soldaten setzen bei bestimmten Einsätzen auch Sprengmittel ein, um sich Zutritt zu einem Objekt zu verschaffen oder wichtige Einrichtungen zu zerstören. Jeder Soldat lernt deswegen im Grundkurs mit Spreng- und Zündmitteln verantwortungsbewusst umzugehen und diese zielgerichtet einzusetzen.

Überlebenstraining

Ein Soldat fängt mit einem Speer einen Fisch. Soldaten des Jagdkommandos lernen, in freier Natur zu überleben.

Kommando-Soldaten operieren oft weit hinter feindlichen Linien. Von der eigenen Versorgung abgeschnitten sind sie oft tage- oder wochenlang auf sich allein gestellt. Daher müssen sie in der Lage sein, mit dem auszukommen, was sie in der Natur vorfinden. Sie lernen, tierische und pflanzliche Nahrung zuzubereiten, Wasser zu gewinnen und trinkbar zu machen, improvisierte Unterkünfte zu errichten, behelfsmäßige Kleidung und Ausrüstung herzustellen, Fallen zu stellen, Feuer zu machen, schwierige Geländeteile zu überwinden und vieles mehr.

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