Österreichs Bundesheer

Ausbildungsablauf

Vorbereitungslehrgang

Im Vorbereitungslehrgang wird die Eignung der Unteroffiziersanwärter für ihre Aufgabe als Kommandant von Soldaten (einer Gruppe von sechs bis zehn Personen) festgestellt. Bei Bestehen werden die Anwärter zum Lehrgang Militärische Führung 2 zugelassen.

Während des Vorbereitungslehrganges wird nicht die möglichst restriktive Aufnahme bzw. eine hohe Ausscheidungsrate als Ziel gesehen, sondern die

  • Feststellung der grundsätzlichen Eignung
  • und die Förderung aller bedingt Geeigneten mit ausreichend vorhandenem Entwicklungspotenzial.

Die Beurteilung der Unteroffiziersanwärter erfolgt durch in Personalentwicklung und -beurteilung besonders geschultes Kaderpersonal der Akademie.

Folgende Ausbildungsbereiche werden im Vorbereitungslehrgang vermittelt:

  • Führen und Aufgaben im Einsatz,
  • Waffen- und Schießdienst,
  • Karten- und Geländekunde,
  • Exerzierdienst,
  • Belastungstraining,
  • Körperausbildung,
  • Mathematik,
  • Deutsch.

Für die Aufnahme in den Lehrgang Militärische Führung 2 sind die positive Absolvierung der abschließenden Zulassungsprüfung einschließlich Assessment und das Erreichen eines Lehrgangsplatzes in der Reihung ausschlaggebend.

Grundausbildung

Die Grundausbildung für Unteroffiziere erfolgt an der Heeresunteroffiziersakademie und den Waffen- und Truppengattungsschulen, wobei an der Heeresunteroffiziersakademie die funktions- waffengattungsunabhängigen Ausbildungsinhalte vermittelt werden.

Der Lehrgang Militärische Führung 2 befähigt den Unteroffiziersanwärter zur Erfüllung der waffengattungs- und funktionsunabhängigen Aufgaben als Kommandant, Ausbilder und Erzieher von Soldaten (einer Gruppe von sechs bis zehn Personen) im Einsatz sowie in der Einsatzvorbereitung.

Weiterbildung

Die Unteroffiziersweiterbildung erfolgt ebenfalls an der Heeresunteroffiziersakademie sowie an den Waffen- und Truppengattungsschulen, wobei an der Heeresunteroffiziersakademie die funktions- und waffengattungsunabhängigen Ausbildungsinhalte vermittelt werden.

Voraussetzung für die Aufnahme in den Lehrgang Militärische Führung 3 ist die positive Absolvierung des vorhergehenden Einführungslehrganges sowie die positive Ablegung der Zulassungsprüfung in den Fächern "Führen und Aufgaben im Einsatz" sowie "Körperausbildung".

Der Lehrgang Militärische Führung 3 befähigt den Stabsunteroffiziersanwärter zur Erfüllung der waffengattungs- und funktionsunabhängigen Aufgaben als Kommandant, Ausbilder und Erzieher von Soldaten (eines Zuges, ca. 40 bis 50 Personen) im Einsatz sowie in der Einsatzvorbereitung.

Fortbildung

Die Unteroffiziersfortbildung erfolgt an der Heeresunteroffiziersakademie im Lehrgang Militärische Führung 4 und durch Seminare.

Ziel des Lehrganges Militärische Führung 4 ist es, Stabsunteroffiziere in qualifizierten Folgeverwendungen in der Anwendung moderner Managementmethoden und situationsangepasster Führungs- und Unterstützungsmaßnahmen zu schulen, um sie für die allgemeinen Führungs- und Stabsdiensttätigkeiten in ihrem Verantwortungsbereich funktions- und waffengattungsunabhängig zur Aufgabenerfüllung in Verwendungen im Inland und Ausland zu qualifizieren.

Der Lehrgang bietet auch die Basis für die Berufsreifeprüfung.

Eine weitere Aufgabe der Heeresunteroffiziersakademie ist die Ausbildung der Zivilbediensteten des Ressorts (in den Verwendungs-/Besoldungsgruppen A3/v3, A4/v4 und der Facharbeiteraufstiegsprüfung). Die Ausbildung im Rechtsbereich erfolgt in drei- bis vierwöchigen Modulen.

An der Heeresunteroffiziersakademie werden außerdem auch folgende Kurse und Seminare angeboten:

  • Ausbildung der Lehrer,
  • Ethik-Seminare,
  • CISM (Critical Incident Stress Management),
  • Moderationstechniken,
  • Büro- und Zeitmanagement,
  • Planungstechniken,
  • Persönlichkeitsbildung,
  • IKT-Bereich (ECDL),
  • Fremdsprachenkurse,
  • Milizunteroffiziersweiterbildung.

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