Österreichs Bundesheer

Chronik der österreichischen Streitkräfte 1960 - 1969

Jahr 1960

  • 15. Mai: Parade in Wien anlässlich der fünfjährigen Wiederkehr der Staatsvertragsunterzeichnung unter Teilnahme von 4.500 Mann.
  • 1. August: Teilorganisation der Zentralstelle. Aufstellung der 9. Panzerbrigade, Umgliederung der 3. Brigade zu einer Panzerbrigade. Die Stärke des Bundesheeres beträgt ca. 48.000 Mann, gegliedert in 48 Bataillone bzw. Abteilungen sowie sonstige Dienststellen.
  • 11. Dezember: Abflug des ersten UN-Sanitätskontingents in den Kongo. Das Kontingent besteht größtenteils aus Angehörigen des Österreichischen Bundesheeres.

Jahr 1961

  • 10. April: Verteidigungsminister Ferdinand Graf scheidet aus der Bundesregierung aus. Sein Nachfolger wird Dr. Karl Schleinzer.
  • 18. Juli: Ministerbeschluss über den Aufbau einer umfassenden Landesverteidigung, die sich auf militärische, wirtschaftliche, zivile und geistige Bereiche zu erstrecken hat.
  • 26. September: Ministerratsbeschluss über die Aufstellung von Grenzschutztruppen nach dem territorialen Prinzip aus Reservisten des Bundesheeres. Die Gesamtplanung sieht 120 Grenzschutzkompanien vor.

Jahr 1962

1962: Ministerrats-beschluss über die Umgliederung des Bundesheeres (Schleinzer-Habermann-Reform). (Zum Vergrößern anklicken!)

1962: Ministerrats- beschluss über die Umgliederung des Bundesheeres.

  • 17. Juli: Ministerbeschluss über den Aufbau einer umfassenden Landesverteidigung, die sich auf militärische, wirtschaftliche, zivile und geistige Bereiche zu erstrecken hat.

Jahr 1963

  • 20. Mai: Gründung der österreichischen Gesellschaft zur Förderung der Landesverteidigung.
  • 22. Mai: Parade des Bundesheeres in Wien anlässlich der Angelobung von Bundespräsident Dr. Adolf Schärf für dessen zweite Amtszeit.
  • 29. Juli bis 2. August: Beteiligung von Soldaten der Luftschutztruppenschule am Hilfseinsatz im Erdbebengebiet von Skopje (Jugoslawien).
  • 18. September: Beendigung des Sanitätseinsatzes im Kongo. Ankunft des Nachkommandos in Wien. Insgesamt sind fünf österreichische UN-Sanitätskontingente mit zusammen 166 Personen entsandt worden. Diese waren bis auf zwei Krankenschwestern, 232 Mann karenzierte Angehörige des Bundesheeres.

Jahr 1964

Bundesminister Dr. Georg Prader tritt sein Amt an. (Zum Vergrößern anklicken!)

Bundesminister Dr. Georg Prader tritt sein Amt an.

  • 1. April: Abschluss der Umgliederung der 4. Brigade (Oberösterreich) in eine Panzergrenadierbrigade.
  • 2. April: Bundesminister Dr. Karl Schleinzer scheidet aus dem Amt. Sein Nachfolger wird Dr. Georg Prader.
  • 14. April: Entsendung eines UN-Sanitätskontingents in der Stärke von 54 Mann nach Zypern (AFH = Austrian Field Hospital) bis 18. Oktober 1973.
  • 19.-20. September: Einführung des Fähnrichs auf Zeit bzw. Leutnants auf Zeit zur Verbesserung der Lage beim Kaderpersonal.

Jahr 1965

1965: Bundesverfassungsgesetz über die Entsendung österreichischer Einheiten zur Hilfeleistung in das Ausland auf Ersuchen internationaler Organisationen.  (Zum Vergrößern anklicken!)

1965: Gesetz über die Entsendung österreichischer Einheiten zur Hilfeleistung in das Ausland auf Ersuchen internationaler Organisationen.

  • 1. Mai: Ministerratsbeschluss über die Zielsetzungen der umfassenden Landesverteidigung. Begriffliche Unterscheidung von drei Bedrohungsfällen (Krisen-, Neutralitäts- und Kriegsfall).
  • 2.-3. Juni: Erstmalige Einberufung eines Reservebataillons: Inspektion/Instruktion des Jägerbataillons 37 in Trofaiach (Steiermark).
  • 9. Juni: Parade des Bundesheeres aus Anlass des Amtsantrittes von Bundespräsident Franz Jonas.
  • 30. Juni: Bundesverfassungsgesetz über die Entsendung österreichischer Einheiten zur Hilfeleistung in das Ausland auf Ersuchen internationaler Organisationen. Bis dahin mussten Bundesbedienstete für die Dauer des UNO-Einsatzes karenziert und mit Sonderverträgen angestellt werden.
  • September Katastropheneinsätze des Bundesheeres in Kärnten und Osttirol, Salzburg und Tirol. Insgesamt kamen rund 3.000 Soldaten zum Einsatz.
  • 3.-9. Oktober: Großmanöver im niederösterreichischen Voralpengebiet und im Wiener Becken unter Beteiligung von fast 30.000 Mann.

Jahr 1966

  • 28. Februar: Notenwechsel über den Abschluss eines Abkommens zwischen der Bundesregierung und den Vereinten Nationen betreffend den Dienst österreichischer Kontingente im Rahmen der Streitkräfte der Vereinten Nationen auf Zypern.
  • 17. Mai: Ministerratsbeschluss über die Aufstellung von 140 Sicherungskompanien.
  • 28. Juni: Präzisierung der Verfügungsgewalt über das Bundesheer durch den Ministerrat in Form einer Ermächtigung des Bundesministers für Landesverteidigung.
  • 17. August bis September: Hochwassereinsätze des Bundesheeres in Salzburg. Osttirol, Kärnten und Steiermark (mit Unterbrechungen: Einsatz von bis zu 3.300 Mann täglich.)
  • 28. August: Eingliederung der Ergänzungskommanden als Ergänzungsabteilungen in die Militärkommanden.
  • 26. Oktober: Bundesminister Prader verfügt die Wiedereinführung der Traditionspflege im 2. Bundesheer.

Jahr 1967

1967: Umbenennung der Stabsakademie in Landesverteidigungsakademie.  (Zum Vergrößern anklicken!)

Umbenennung der Stabsakademie in Landesverteidigungs- akademie.

  • 1. Jänner: Umbenennung der Stabsakademie in Landesverteidigungsakademie.
  • 11. Juni: Ministerratseschluss über die Assistenzleistung des Bundesheeres an der italienischen Grenze nach Anschlägen in Südtirol bzw. im Grenzgebiet zu Österreich.
  • 13. Juli - 30. Dezember Einsatz von Einheiten des Bundesheeres zur Verstärkung der Bundesgendarmerie und Zollwache, um den ungesetzlichen Personen- und Güterverkehr zwischen Österreich und Italien zu verhindern und so Terroranschlägen vorzubeugen, sowie das Interesse Österreichs an einer friedlichen Lösung des Südtirol-Problems unter Beweis zu stellen.
  • 28. November: Ministerratsbeschluss über die Entsendung der ersten Beobachtungsoffiziere an den Suez-Kanal im Rahmen der United Truce Supervision Organisation (UNTSO).
  • bis Dezember Verkleinerung des personellen Rahmens des Bundesheeres von bisher rund 50.000 auf ca. 44.000 Mann.

Jahr 1968

1968: Teilalarmierung des Bundesheeres infolge des Einmarsches von Truppen des Warschauer Paktes in die CSSR.   (Zum Vergrößern anklicken!)

1968: Teilalarmierung des Bundesheeres infolge des Einmarsches von Truppen des Warschauer Paktes in die CSSR.

  • 1. Jänner: Inbetriebnahme der Großraum-Radarstation auf dem Kolomannsberg (Salzburg).
  • 14. März: Das Militärleistungsgesetz wird vom Nationalrat beschlossen. Das Bundesministerium für Landesverteidigung kann im Bedrohungsfall aus dem zivilen Bereich Kraftfahrzeuge, Schiffe, Flugzeuge und Baumaschinen anfordern.
  • 19. März Beschluss der Bundesregierung über eine neue Organisationsform des Bundesheeres, in der Grenzschutz- und territoriale Sicherungstruppen zur Landwehr zusammengefasst werden.
  • 19.-22. Juni: Erste Inspektion/Instruktion einer Reservebrigade, der steirischen 10. Jägerbrigade.
  • 21. August - 2. September Teilalarmierung des Bundesheeres infolge des Einmarsches von Truppen des Warschauer Paktes in die CSSR. Verstärkung der Garnisonsbereiche nördlich der Donau sowie laufende Luftüberwachung des Grenzraumes durch Aufklärungsflüge.
  • 7. - 9. September Angesichts der unübersichtlichen Lage in der CSSR werden Teile des Bundesheeres neuerlich in volle und strenge Bereitschaft versetzt.
  • bis Dezember In fast allen westeuropäischen Demokratien die sogenannte 68-Revolution.

Jahr 1969

  • 13. Februar: Wehrgesetznovelle. Verbesserte Mobilmachung sowie die Ausweitung der Offiziere auf Zeit bis zum Hauptmann bzw. zu einer aktiven Dienstleistung von Reserveoffizieren im Ausmaß von maximal zehn Jahren.
  • 20. Februar: Unterzeichnung der ersten Patenschaft (später Partnerschaft) zwischen dem Panzerbataillon 33 und den Simmering-Graz-Pauker-Werken.
  • 4. März: Verordnung der Bundesregierung über die freiwillige Verlängerung des Grundwehrdienstes um 3 bis 15 Monate.
  • 10.-14. November: Großmanöver des Bundesheeres Bärentatze im westlichen Niederösterreich unter Teilnahme von 12.508 Mann, 345 Ketten- und 2.181 Räderfahrzeugen.

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